Community Camp 2010 Berlin – Ärsche in Raumschiffen

Am 30. und 31. Oktober 2010 findet in Berlin wieder ein Communitycamp statt. Ich werde dort sein und freue mich auf viele bekannte und neue Gesichter und spannende Sessions.

Als freiberuflicher „Drupal Architekt“ gehören Communities zu meinem täglich Brot, aber auch zu meinem täglich Spaß. Die Stärke des Frameworks Drupal ist neben der Software selbst die Community der Entwickler, die hinter dem Projekt stehen und es täglich mit neuen Ideen befeuern. Diese Inspiration möchte ich ins Barcamp einbringen.

Zusammen mit Ralf Hendel werde ich versuchen, eine Session zu halten, in der Ralf etwas über den Spaß mit Communities und Drupal erzählt, während ich auf Zuruf eine Seite aus dem Boden stampfe. Wir nennen es „Community driven rapid prototyping“, und haben unser Bullshitbingokonto damit gut gefüllt. Wir haben keine Ahnung, ob das funktioniert, ob uns die Technik einen Streich durch die Rechnung macht und was das Ergebnis einer solchen Session sein kann. Wir wollen vor allem zeigen, dass es Spaß macht, mit der richtigen Software schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

Ich hab jetzt schon Schiss, aber ich freu mich tierisch drauf! 🙂

Neues Büro in Berlin

Seit kurzem habe ich ein neues Büro in Berlin. Die Bürogemeinschaft der [ *] Keksbox hatte nach ihrem Umzug von Karlshorst nach Friedrichshain noch einen Raum frei, in den ich nun zusammen mit Marco Rademacher einziehen und arbeiten werde. Erster Akt war das Verlegen von neuem Laminat für angenehme Arbeitsatmosphäre. Vielen Dank an Dirk für die Hilfe! Nun gibt es neben einem schicken Fußboden natürlich auch schon Strom, Internet und draußen ein kulinarisches Umfeld (also alles wichtige für den Arbeitsmodus). Der Rest folgt nach und nach und der Frühling im Kiez kann kommen. Ich freue mich auf Besuch in der Simon-Dach-Straße 21.

re:publica 08

Vom 2.-4. April fand in Berlin die re:publica 08 statt. Früher Kauf der Eintrittskarte (voller Preis, versteht sich) sicherte gleichzeitig einen Platz in meinem Kalender.

Was erwartete ich von der re:publica? Digitale Lebensart, Blogger. Trends. Vordenker. Macher. Geeks. Berlin.

Organisation

Hut ab für die Organisation. Es gab Platz für alle, WLAN, was zu Essen. Man hat die Redner gut verstanden, es wurde fast alles live gestreamt und man hatte Platz, sich drumherum auszubreiten. So etwas für 800 Leute auf die Beine zu stellen, ist schon eine riesen Sache.

Dass die Getränkepreise eher Hamburg waren, man sich gerne ausgefeilte Kaffeevariationen und darüber hinaus Essen VOR 12 Uhr gewünscht hätte, dass ein Plasmadisplay mit dem aktuellen Programm im Foyer fehlte – miese Details, die im nächsten Jahr sicher besser klappen.

Notebooks

Ich habe vorher überlegt, mein Notebook mitzunehmen und entschied mich dafür. Wie es in den Sessions aussah, hat mich aber dann doch noch überrascht. Macbook an Macbook. Die Wichtigkeit, mit der während aller Vorträge gearbeitet wurde, ließ mich zunächst darauf schließen, dass alle Startups oder mindestens wichtige Projekte zu leiten hätten. 90% aller Bildschirme, die ich dann betrachtete (oder betrachten musste), zeigten dann aber das ganz normale, oft zitierte „digitale Rauschen“. Kaum vorstellbar, dass es nicht auch ohne gegangen wäre. Beim nächsten Mal versuche ich vielleicht mal, komplett aufs Notebook zu verzichten. 😉

Sessions

Alle Sessions zu beschreiben, wäre etwas mühsam (zu lesen), also beschränke ich mich mal aufs wesentliche:

Tag 1
Sehr gut hat mir die Keynote von Viktor Mayer-Schönberger gefallen. Erinnern – Vergessen.

Ansonsten war der erste Tag für mich ohne größere Highlights. Die Qualitätsdebatte Blogs vs. Journalismus plätscherte so dahin, die folgende Twitter Session war erwartungsgemäß überfüllt und die Websidestory war dann auch schon meine letzte Session, eine sehr unterhaltsame. Musical for geeks.

Tag 2
Der zweite Tag startete im Grunde mit einem Knaller. „Geld verdienen mit Blogs“. Nach anfänglichem Gekuschel ging es irgendwann doch zur Sache, wobei sich dabei der Wortbeitrag von Peter Hogenkamp aus der ansonsten eher unkritischen Masse heraushob.

Ich finde grundsätzlich die auf der Republica geführte Diskussion etwas zu kurz gegriffen. „Geld verdienen mit Blogs“. Da sitzen also 300 Leute und wollen endlich das Rezept hören, mit dem sie ihre Texte zu Geld machen können? Jedenfalls war das mein Eindruck.
„Verdienen“ hat doch nicht nur direkt etwas mit der Währung Geld zu tun. Spannend wäre doch zu hören, wie man die Nutzer grundsätzlich an der Kreation ihrer Inhalte beteiligt. Welche Möglichkeiten bietet Micro-Payment, was ist mit der Währung Reputation? Gerade letztere spielt eine dermaßen wichtige Rolle, dass ich frage, warum das Thema nicht anders behandelt wurde. Außerdem interessant (und realistisch) sind Einnahmen, die im Umfeld eines Blogs generiert werden, aber nicht durch Werbung auf den Blogs selbst.

Das Thema „Neue Arbeit“ war sehr schwer, in einer kurzen Session zu behandeln. Sicher auch meiner bis dahin herrschenden Unwissenheit geschuldet blieben mehr Fragezeichen als Erkenntnisse.

Martin Memmel vom dfki berichtete über „Metadaten im Web“. Das war sozusagen der Forschungsansatz der Frage, wie die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine verbessert werden kann, wo doch beide Seiten Metadaten in unterschiedlicher Qualität erzeugen.

„Gänsehaut“ war das Thema von Stephan Baumann, der das Phänomen am Beispiel sehr persönlicher Musik nachvollziehbar machte. Obwohl er die Formel für die Gänsehaut sogar mathematisch hergeleitet hat, hatte man am Ende den Eindruck, dass ihm beim Gedanken daran doch nicht so wohl war. Nutzt sich dieser Effekt nicht ab? Wie intim ist eine Preisgabe aller meiner Musikgeheimnisse, die ich auf der Suche nach dem nächsten Gänsehaut-Kick benötige?

Die „monochrom Abendgestaltung“ von Johannes Grenzfurtner muss man nicht gut gefunden haben, kann man aber. Mir wurde er immer sympathischer – eine gelungene Abwechslung im Programm.

„Blogger Jeopardy“ ist leider ein wenig verreckt, obwohl die Mühe der Vorbereitung zweifellos sichtbar war. Schade, aber unten im großen Lounge-Bereich warteten schon die „Toten Crackhuren im Kofferraum“ darauf, alle anwesenden mit Techno-Punk vollzudröhnen.

Alles in allem war der zweite Tag für mich der beste. Die Party von Aka-Aki war ein schöner Abschluss.

Tag 3
Erst um 14 Uhr startete für mich mit „Plagiarismus 2.0“ Tag 3, einer Unmutsbekundung mehrerer Uni-Dozenten, die sich zwar alle über das Problem einig waren, aber auch keine wirkliche Lösung wussten, außer sozialer Ächtung der der Kopie überführten Studenten. Hier hätte ich mir seitens der Moderation mehr Struktur und auch mögliche Wege aus dem Dilemma gewünscht.

„Reputation als Motivation in Open-Source Projekten“ war dann die nächste Session. Rainer Rapp hat sehr sachlich eine Befragung von Debian-Entwicklern präsentiert. Ich hätte mir einen größeren inhaltlichen Rahmen gewünscht. Auch im Hinblick auf die oben erwähnte Debatte um Bezahlung für Blogs.

Twitter hype

Die Republica war wohl Deutschlands größtes Twitter-Event bisher. Auch ich konnte mich dem nicht entziehen. Irgendwie hatte man zeitweise doch das Gefühl, das ein oder andere zu verpassen. 🙂 Am Ende bleibt jedoch die Erkenntnis, dass zwischen vielem Rauschen nur wenig wichtiges dabei war. Leute, die nicht auf der Republica waren, müssen schier verrückt geworden sein, wenn sie versucht haben, der Timeline zu folgen. Da wären „Kanäle“, die man betreten und verlassen kann, wie wir sie schon aus dem IRC kennen, sicher eine gute Idee. Die Anzahl der Follower hat sich gefühlt täglich verdoppelt und zeitweise habe ich sogar vom Gezwitscher geträumt. 🙂

Die kritische Masse

Was mich latent nervte war die Tendenz, „die großen“ zu bashen. Es schien irgendwie schick zu sein, aber vor allem war es einfach, mal gegen StudiVZ und myspace zu schießen. Es mag ja gute Gründe geben, Kritik zu üben, aber der schnelle Lacher auf dem Podium nutzte sich ebenso schnell ab. Gleichzeitig versuchen dieselben Leute, ihre eigenen Ideen/Blogs/Projekte groß zu machen. So what?

SMS Wall

Auch wenn sie vorher kritisiert wurde, fand ich sie sehr gelungen. Wer wirklich was zu sagen hatte, konnte auch die paar Cent (wenn überhaupt) für eine SMS ausgeben. Alle Selbstdarsteller konnten ihren Twitternamen und -bild einbinden und allzu viel „Spam“ von außen war auch nicht dabei. Klasse!

Splitter
  • Club-Mate ist überbewertet.
  • Wörter der #rp08: „Relevanz“, „Bohème“, „Rauschen“, „A-Blogger“
  • „Wir machen nur Affiliate Werbung, damit da was blinkt.“ Peter Hogenkamp.
  • „Nur weil du bei myspace bist, ist das noch lange keine Party“. Tote Crackhuren im Kofferraum.
  • Ich war immer noch nicht im St. Oberholz.

Bis zum nächsten Jahr! Und bis dahin: #wirnennenesleben

Mein erstes Mal – Barcamp

Mit recht großen Erwartungen war ich heute beim Barcamp Berlin. Vor allem deshalb, weil ich gespannt war, wie so eine Art von Unconference in der Praxis aussieht. Mein erster visueller Eindruck war ein Meer aus Macbooks. Kaffee trinkend twittern Geeks vor Beginn der Veranstaltung. 🙂

Nach kurzer Erholung dem Aufwachen (Kaffee!) kam schnell Bewegung in den Zeitplan und die Slots wurden gefüllt. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde der Vortragenden ging es los. Motto: Eine Stunde – ein Raum – ein Thema. Nach der ersten Stunde wusste ich, wozu Kosmar bei jedem mir bekannten Dienst einen Account hat. Für mich die beste Session an diesem Tag. An Beispielen erklärt er locker und plastisch, was man besser tun und lassen wollte, wenn man ein Social Network starten und groß machen will.

Weitere Themen waren für mich: Geodata, Virtual Identities (OpenID), Noserub und The Next Web.

Das Barcamp ist ein Umfeld mit viel Potenzial, wenngleich ich es etwas befremdlich finde, wie Blogger darüber bloggen, dass andere podcasten. Nunja, ein guter Anlass, mal darüber zu bloggen. 😉

Am Samstag Abend gab es übrigens laut Schedule eine Drupal-Session, an der ich leider nicht teilnehmen konnte.

Organisatorisch fand ich es echt perfekt. WLAN lief, genug Räume, eingehaltener Zeitplan, lecker Essen und Trinken – vielen Dank dafür! Eine sehr entspannte Stimmung, wenn man die Menge der Anmeldungen betrachtet.