Erwartungsmanagement

Zwei Linktipps.

Ich habe noch kein Projekt mit Pflichtenheft erlebt, dass zum Projektstart vollständig und im Detail genauso umgesetzt wurde. Damit sollten alle Beteiligten lernen, umzugehen. Projektmanagement ist Erwartungsmanagement. Die geschätzte Judith Andresen schreibt vom Umgang mit Change Requests.

Kristian Köhntopp, den ich für seine Art schätze, fachliche Verwurstungen in verständliche Prosa zu transponieren, schreibt im Artikel “Architektur heißt umbauen” über gelernte und gelebte Softwareentwicklung. Beim Lesen wanderten meine Mundwinkel mit jeder Zeile weiter nach oben. Und ich möchte es allen Entwicklern, Kunden und Agenturen an die Tür nageln. Denn genauso siehts aus und genau darauf könnt ihr eure Erwartungen aufbauen (siehe oben).

Mein ganz persönliches DRUPALCITY

Das Drupalcamp in Berlin ist nun schon eine Weile her. Ich war seitdem im Urlaub, habe neue Projekte begleitet und ein bisschen weitergelebt.

Es gäbe über das Camp und seine Anbahnung die ein oder andere Anekdote zu berichten. Es gibt aber eine Sache, die mir ganz besonders am Herzen liegt und die ich hier nach draußen tragen möchte.

Wir sind im Orga-Team bei der Planung immer wieder auf Dinge gestoßen, von denen wir nicht mit letzter Sicherheit wussten, ob und wie sie im harten Campalltag funktionieren würden. Steht das WLAN stabil, kommen wir mit dem Kaffee hinterher? Reicht die Verpflegung, regnet es am ersten Tag in Strömen? Kippt uns jemand ohnmächtig um, kommen tatsächlich die Leute, die ihre Hilfe zugesagt haben?

Erstens: wir hatten Glück. Dinge, die mir bis zum letzten Abend Bauchgrummeln bereitet haben, gingen glatt.

Zweitens: ich war mir die ganze Zeit sicher, dass es eine Community gibt, die sich selbst und so ein Event trägt. Und ohne die wäre es nicht gegangen. Da sind die Leute, die schon Tickets – sogar Supportertickets – gekauft hatten und extra früh angereist waren, um beim Aufbau zu helfen.

Leute, die auf Zuruf einfach mit angepackt haben. Gegrillt, Tische gerückt, Luftballons aufgeblasen und Stadtpläne gemalt haben. Die nicht erst gefragt haben, was sie dafür bekommen. Und die auch getragen hätten, wenn etwas nicht geklappt hätte, da bin ich sicher. Zu sehen, was da alles möglich war und ist, war meine wertvollste Erfahrung bei diesem Event.

Ich hätte mich gern bei mehr Helfern bedankt, denen wir es im Vorfeld mit unserer Kommunikation “nach draußen” nicht gerade einfach gemacht haben. Das möchte ich hier nachholen, Vielen Dank!

(Inspiriert durch ein Gespräch mit Meike)

Drupal Day in Rostock

Am Samstag den 12. März 2011 wird der “Drupal Day Rostock” stattfinden.

Das freut mich, weil ich seit 2007 meine Selbständigkeit fast ausschließlich mit Dienstleistungen rund um Drupal bestreite. Zum anderen ist Rostock meine Heimatstadt. Informatikfakultät (Veranstaltungsort) und Südstadt-Klinikum (dort kam ich zur Welt ;-)) liegen ca 500m auseinander.

Ich habe zwei Sessions angemeldet. Die Arbeitstitel lauten:

Langsam bin ich aufgeregt genug, um den Kopf voll von Gedanken in eine vortragswürdige Struktur zu überführen. Jedes Mal ein großer “Spaß”.

Das gesamte Wochenende sieht so aus:

Freitag

Samstag

  • 9 Uhr Start des Drupal Day. (Link zum Session Plan)
  • 19 Uhr im “Klock 8” (Tiergartenallee 1-2) Essen/Trinken/quatschen (-> Forum)
  • was danach passiert, wird der Abend noch zeigen. :-)

Sonntag

  • 10 Uhr Frühstück im Alex (Neuer Markt 17-18, -> Forum)
  • danach: Abfahrt nach Berlin

Twitter Hashtag lautet: #ddmv
Ich freu’ mich auf euch! :-)

Externe Videos in Drupal einbinden

Externe Videos haben den Vorteil, dass man sich um den Betrieb, die Verfügbarkeit und den Traffic von Videoinhalten wenig Gedanken machen muss. Lediglich darum, wie man sie in die eigene Drupal Seite einbindet.

Per Embed-Tag in den HTML-Text

Jede Videoplattform stellt Snippets bereit, die man für die eigene Webseite benutzen kann. Man muss nur darauf achten, dass das Eingabeformat die darin benutzten Tags (z.B.   oder <object>) auch zulässt. Der Standard Filter “Filtered HTML” tut das nicht, “Full HTML” jedoch schon. Im Fall von “Full HTML” kann jedoch unter Umständen der Filter “HTML Corrector” ein nicht gültiges Snippet ausblenden. Wie man einen bestehenden Eingabefilter ändert, wird auf Drupal.org am Beispiel des <img> Tags beschrieben. Ist man auf der Seite alleiniger Benutzer oder mit einem Kreis fester Redakteure unterwegs, mag das ausreichen. Für unbekannte Benutzer möchte man diese HTML-Tags jedoch besser nicht freigeben.

Mit einem Pseudo Tag

Das Modul “Video Filter” stellt einen Eingabefilter zur Verfügung, der Pseudotags im Format im Text ermöglicht. In der Artikelansicht wird dann das Video angezeigt. Die Eingabe von kritischen Tags ist so weder möglich, noch nötig. Dennoch muss der Benutzer diesen Pseudo-Tag beherrschen. Je nach Editor kann man einen Button der Toolbar entsprechend konfigurieren.

Das CCK Feld “Embedded Media Field

Für CCK gibt es ein Modul namens “Embedded Media Field”. Das fügt sich nahtlos in die bekannte Logik von CCK und Views ein, inklusive Thumbnails der Videos, wenn die Plattform diese bereitstellt (Vimeo und Youtube tun das). Es genügt die Eingabe der “nackten” URL zum Video. Es werden ein gutes Dutzend Video-Portale unterstützt. Perfekt für strukturierte Inhalte, aber nicht so schön für ein Video im Fließtext.

Als Link zum Video

Die wohl einfachste Form, Videos einzubinden, ist die Eingabe der URL zum Video im Fließtext. Dafür stellt das eben erwähnte Modul “Embedded Media Field” ein weiteres Modul zur Verfügung – “Embedded Inline Media”. Analog zum “Video Filter” Modul muss ein Eingabefilter hinzugefügt werden (Reihenfolge beachten). Nun lassen sich Videos in der Form http://vimeo.com/123 einfügen, in der Artikelansicht werden sich als normale Videos dargestellt. Kleines Modul, große Wirkung.

Weitere Möglichkeiten

Es gibt noch weitere Ansätze, etwa mit dem Modul SWF-Tools, dem Modul Googtube, oder dem recht neuen Modul Vimeo. Das Prinzip ähnelt den oben genannten Modulen.
Vor dem Einsatz muss man sich lediglich über folgende Fragen im Klaren sein:

  • welche Video-Plattformen werden benötigt?
  • CCK Feld (+Views Unterstützung), oder Fließtext?
  • verwendete Syntax für das Einbinden (welcher Editor wird unterstützt?)
  • Zielgruppe (Redaktion oder Forenuser?)

Community Camp 2010 Berlin – Ärsche in Raumschiffen

Am 30. und 31. Oktober 2010 findet in Berlin wieder ein Communitycamp statt. Ich werde dort sein und freue mich auf viele bekannte und neue Gesichter und spannende Sessions.

Als freiberuflicher “Drupal Architekt” gehören Communities zu meinem täglich Brot, aber auch zu meinem täglich Spaß. Die Stärke des Frameworks Drupal ist neben der Software selbst die Community der Entwickler, die hinter dem Projekt stehen und es täglich mit neuen Ideen befeuern. Diese Inspiration möchte ich ins Barcamp einbringen.

Zusammen mit Ralf Hendel werde ich versuchen, eine Session zu halten, in der Ralf etwas über den Spaß mit Communities und Drupal erzählt, während ich auf Zuruf eine Seite aus dem Boden stampfe. Wir nennen es “Community driven rapid prototyping”, und haben unser Bullshitbingokonto damit gut gefüllt. Wir haben keine Ahnung, ob das funktioniert, ob uns die Technik einen Streich durch die Rechnung macht und was das Ergebnis einer solchen Session sein kann. Wir wollen vor allem zeigen, dass es Spaß macht, mit der richtigen Software schnell sichtbare Ergebnisse zu erzielen.

Ich hab jetzt schon Schiss, aber ich freu mich tierisch drauf! :-)

Drupal 7 Sprint in Hannover

Drupal Sprintcamp Hannover - 16./17.10.2010 - Ich bin dabei! Am 16. und 17. Oktober 2010 werde ich in Hannover beim Drupal 7 Sprint sein. Themen des Treffens sind konkretes Coding, Dokumentaion, deutsche Übersetzungen und Fragen zu Marketing+Design. Ein straffes Programm gibt es zwar (noch) nicht, aber jede Menge zu tun, um die heranrollende Version 7 von Drupal in Deutschland noch ein Stück weiter voranzubringen. Derzeit ist Drupal 7 beta 1 verfügbar, eine schöne Grundlage für unsere Wochenendarbeit. Ich freue mich vor allem auf die vielen Gesichter, die ich durch eigene Abwesenheit bei den vergangenen deutschen Drupal Camps in Essen und München nicht kennengelernt habe.
Allen, die nicht dabei sein werden, empfehle ich einen Blick in das Forum zum Sprint, Tweets mit dem Hashtag #d7sc und den IRC Channel #d7sc im Freenode Netzwerk, den man auch mit einem Webbrowser betrachten kann. Allen Sponsoren ein dickes Dankeschön im Voraus! :-)

Die Sache mit der Streetview Kritik Kritik

Eins vorweg: ich mag Google, Google Mail und nutze gern Streetview.

Was mich dieser Tage verwundert ist der einheitliche Reflex einer breiten Masse der Netzbewohner, gegen die Kritik von Politik und Massenmedien an Streetview.

Ein gelungener Artikel von Anatol Stefanowitsch scheint dieser Tage das Common Sense der aufgeklärten Netzbewohner wiederzugeben. Er stellt recht einfach die schwache Argumentation der Politik zur Schau. Drei Dinge möchte ich aber so nicht stehen lassen.

Anhand der Gutartigkeit bisheriger Dienste von Google wird eine grundsätzliche Gutartigkeit von Streetview abgeleitet. Sowas geschieht auch bei Herstellern von Hard- und Software. “Die waren immer gut und nützlich, dann passt das jetzt auch”. Ein ähnliches Denken bei Politikern würde zu Recht von Bloggern auseinandergenommen werden.

Den zweiten Punkt möchte ich als Kontrollverlust (sorry mspr0) beschreiben. Rentner die sich gegen Google Streetview aussprechen, werden vor ihrem Haus fotografiert und ganz Twitter kichert. Hierin sehe ich einen Irrtum. Es geht nicht darum, dass man fotografiert wird, sondern von wem und in welchem Kontext. Man möchte gern darum wissen, also informiert werden, was mit dem Bild geschieht. Das ist im Fall des Interviews durch die Rheinische Post sicher geschehen. Die Fotografie einer Hausfassade ist etwas anderes als ein Porträtfoto. Aber genau deshalb kann man es in diesem Fall auch nicht miteinander vergleichen. Ich könnte mir gut vorstellen, in einem Interview, dass sich kritisch mit der automatischen Verkehrsraumüberwachung beschäftigt, mit meinem Auto samt Kennzeichen abgelichtet zu werden.

Und natürlich gibt es drittens andere Dienste, die Daten von uns und unserer Umgebung erfassen. Im Fall der Rentner sind es ein Eintrag im Telefonbuch und Videos eines Immobilienmaklers vom Straßenzug der Bewohner. Die Qualität dieser von uns allen gesammelten Daten entsteht nicht durch das Sammeln allein, sondern das Wissen darum, dass es diese Daten gibt. Vor allem aber: durch deren Verknüpfung. So hat ein Foto in der Rheinischen Post, ein Video auf einer Maklerseite oder einer privaten Webseite eben nicht die gleiche Qualität wie ein Bild bei Streetview. Im Umkehrschluss würde man – suchte man die maximale Aufmerksamkeit – Fotos eher bei Flickr hochladen und nicht auf die selbstgebaute Webseite. Hatte nicht jeder schon mal kurz ein flaues Gefühl im Magen, wenn er sich selbst googelte und dann über “seine” Seite bei Yasni oder 123people gestolpert ist? Alles liegt im Netz, ja. Doch das fremdbestimmte Aggregieren bringt eine neue Qualität. Das meine ich mit Kontext.

Und auch hier ist mir die Argumentation zu dünn. Nur weil woanders schon Daten über uns und unsere Umwelt gesammelt werden, ist das bisschen mehr an Daten auch ok? Erinnert euch an den Protest von Stasi 2.0. So eine Argumentation seitens der Politik hätte man dort nicht durchgehen lassen.

Ich bin für die Einführung von Google Streetview in Deutschland, doch wir tun gut daran, ganz bewusst mit Daten und unserer Privatsphäre umzugehen. Waren die von uns erfassten Daten bisher vielleicht umfangreich, semantisch können sie derzeit nur eingeschränkt ausgewertet werden. Das wird sich ändern und wir müssen unser Verständnis von Datensparsamkeit und Notwendigkeit zur Preisgabe von Daten immer wieder justieren.

Ich bin dafür, dass man sein Haus aus Google Streetview entfernen lassen kann. Und ich finde, wir sollten unsere Eltern vor allem darüber aufklären, was es mit diesem Streetview eigentlich auf sich hat.